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Luftlokführer auf Erpresserkurs

Die kleine Pilotengewerkschaft VC will zeigen, wie man die Interessen einer Minderheit gegen einen erpressbaren Gegner durchsetzt. Damit sie dann noch besser in der Lage ist, die Lufthansa, deren Kunden und die Wirtschaft zu nötigen. Die Bahn hat sich 2008 von der GDL vorführen lassen. Und drohte damals mit Entlassungen und Preiserhöhungen. Die damaligen Streiks haben erhebliche Schäden und Behinderungen verursacht. Jetzt ziehen die Luftlokführer nach. Eine moderne Industriegesellschaft kann es sich aber nicht erlauben, erpressbar zu sein. 1981, kurz nach dem Amtsantritts Ronald Reagans, traten die beim Staat angestellten Fluglotsen in einen illegalen Streik. Reagan gab ihnen 48 Stunden, um an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren oder entlassen zu werden. Gerichte verhängten Millionenstrafen gegen die Gewerkschaften, Soldaten regelten den Flugverkehr. Der Streik kollabierte in Rekordzeit. Ähnliche Stärke und Entschlußkraft zeigte Margaret Thatcher Mitte der 80er beim Bergarbeiterstreik in England. Der Streik wurde ergebnislos abgebrochen, die Gewerkschaften waren nachhaltig geschwächt. Ein wirtschaftlicher Aufschwung folgte in beiden Ländern. Thatcher sprach von einer Lektion, die niemand vergessen sollte. Eine Lektion, die den deutschen Gewerkschaften erst noch erteilt werden muß.

Gewisse Ähnlichkeiten mit dem Text aus Januar 2008 zum GDL-Streik sind nicht von der Hand zu weisen.

© Joachim Nikolaus Steinhöfel 2010

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Februar 2010

Autor: Steinhöfel | Kommentare: 6 | Print This Post Print This Post

Thema: Innenpolitik
  1. heplev schreibt am 22. Februar 2010 um 19:35

    Wenn ich finde, dass der Markt und seine beteiligten solche Sachen regeln sollten, dann dürfte der Staat hier nicht eingreifen.
    Notfalls müsste die Lufthansa sagen, dass sie ihre Dienste einstellt. Mal sehen, was die übrigen Beschäftigten dann ihren Luftlokführern erzählen. Oder wäre das auch wieder Erpressung?

  2. Robin Renitent schreibt am 22. Februar 2010 um 20:45

    Ich persönlich benutze die LH schon seit Jahren nicht mehr. Und auch nicht die mit ihr verquickte Air Canada. Deren Gehabe ist unerträglich, und da ich auch auf den Preis achte, achten muss, er ist weit über dem Limit, ohne dafür wirklich mehr zu bieten, weiche ich eben aus.

    Generell bin ich ein Feind der Gewerkschaften, mag in meiner Mentalität begründet sein, ich vertrete mich lieber selbst, als mich von jemandem vertreten zu lassen. Und solange Gewerkschaftsbosse sich von den Mitgliedsbeiträgen in Limousinen herumkutschieren lassen erscheinen mir die Mitglieder eh etwas…ääh, unterbelichtet, das zu finanzieren.

    Streik einer privilegierten Erpressergruppe also. Nun, dann wird eben alles kaputt gestreikt. In die Pleite gestreikt. Ich bin da völlig emotionslos.

    Warten wir mal ab: Sich ausweitende Wirtschaftskrise, weniger Passagieraufkommen, der Staat kann ja nun nicht alles bezuschussen und schon ist die Lufthansa Geschichte!

    Wetten dass?

  3. christianhannover schreibt am 22. Februar 2010 um 20:57

    im falle der lufthansa schießen sich die piloten ins eigene knie, denn sie ruinieren nicht nur die eigene firma, sondern stärken auch die konkurrenz. es dürfte klar sein, dass im nächsten jahr der ein oder andere sichere pilotenjob bei der lufthansa nicht mehr existieren wird. es war ein fehler der vc, sich die bahner als vorbild zu nehmen. die herren gewerkschafter werden schon merken, dass die lufthansa im gegensatz zur bahn kein monopol hat - der streik wird ins lehre laufen. außer spesen nichts gewesen.

  4. crackerjack schreibt am 23. Februar 2010 um 00:47

    Den Lufthansa Piloten geht es darum dass viele in “Tochter” Gesellschaften (Schlecker läßt grüßen),ausgegliedert werden sollen um Löhnedumping zu ermöglichen. Diejenigen die täglich Verantwortung für tausende Menschen übernehmen gehören nicht in Neo-Liberalen Pseudo Firmen abgeschoben. Ich als Reisender unterstütze sie voll. Will die Lufthansa sparen,dann nicht in sicherheits relevante Bereiche. Unproblematisch wäre eine Auslagerungsgesellschaft für den Vorstand und obere Management um Gratifikation, Boni, Aktienoption, Dienstwagenprivileg, Rentenabkommen und Spesenexzesse abzuschaffen.

  5. Paul schreibt am 27. Februar 2010 um 20:04

    @ heplev

    “Wenn ich finde, dass der Markt und seine beteiligten solche Sachen regeln sollten, dann dürfte der Staat hier nicht eingreifen.”

    Nein, das wäre Anarchie.
    Vergessen wir mal das Streikrecht. Der Staat hat Verträge durchzusetzen, die natürlich auf einen freien Markt beschlossen werden (sollten!)

    Streikrechte sind Hindernisse für einen freien Markt. So etwas soll jeder Arbeitnehmer mit seinem Chef selbst ausmachen und inwiefern man das vertraglich erlauben will. Cockpit und Gewerkschaften sind zwar politisch legitim, aber nichts weiter als Erpresserbanden. Genauso wie Arbeitgeberverbände, die sich Subventionen abgreifen.

    Ein hartes Durchgreifen, wie es schon Thatcher getan hat, wäre absolut legitim und richtig.

  6. Patient schreibt am 11. April 2010 um 02:00

    Erpresser sind dann aber auch die Ärzte an Kliniken. Der Marburger Bund will streiken, weil die Ärzte extrem mehr prozentual Cash wollen als andere Krankenhausmitarbeiter. Meine Meinung: Pfui Ärzte!

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