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Türkei empfängt mit Haftbefehl gesuchten Völkermörder

Al Bashir: Haftbefehl wg. Völkermord

Al Bashir: Haftbefehl wg. Völkermord

Am 4. März 2009 erließ der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Staatschef Omar Al Bashir. Ihm werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt (Mord, Völkermord, Vertreibung, Folter, Vergewaltigung, vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten und Plünderung). Schätzungen gehen von mindestens 300.000 Opfern des Völkermordes aus und von etwa 2 Millionen Vertriebenen. Dafur ist eine Katastrophe von epischen Proportionen, “würdig” eines Hitler, Stalin, Mao.

Das Bashir von der Arabischen Liga trotzdem mit viel Hallo empfangen wird, wenn sich diese ehrenwerte Gesellschaft zu Gipfeln trifft, ist angesichts von deren Zusammensetzung aus Prinzen, Königen und autoritären Staatschefs nicht weiter verwunderlich.

Jetzt gliedert sich das NATO-Mitglied Türkei in diese Reihe ein. Die Türkei beabsichtigt, den Völkermörder in der nächsten Woche in Instanbul anlässlich eines Treffens der Organisation der Islamischen Konferenz zu empfangen.

Die Aufforderung der EU an die Türkei, den Besuch zu überdenken, dürfte folgenlos bleiben.

Beim Verfassen dieses Textes, am Nachmittag des 6.11., findet sich in den deutschen Medien (so man „bashir türkei“ googelt) kein einziger Hinweis auf den anstehenden Besuch oder die diplomatische Reaktion der EU.

Die Türkei hat erhebliche wirtschaftliche Interessen im Sudan. Eine türkische Firma baut in der Hauptstadt Karthoum  den höchsten Wolkenkratzer, eine andere bewirbt sich um den Milliardenauftrag zum  Neubau des dortigen internationalen Flugplatzes, eine dritte beschäftigt über tausend Angestellte, die Uniformen für die sudanesische Armee herstellen. Damit es adrett zum Völkermord geht.

Die Türkei, die erst kürzlich gemeinsame Manöver mit Israel abgesagt hat, die früher ein verlässlicher pro-westlicher Partner war, ist auf dem Wege zum Vollmitglied der Achse Iran-Syrien.

© Joachim Nikolaus Steinhöfel 2009

UPDATE: Etwa anderthalb Tage nach dieser Veröffentlichung, die auch auf der Achse des Guten publiziert wurde, ist der Tagesspiegel das erste deutsche Medium, das sich dieser Thematik annimmt. Es schadet ja nicht, wenn man die originären Quellen kennt.

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November 2009

Autor: Steinhöfel | Kommentare: 11 | Print This Post Print This Post

Thema: Islam, Naher und Mittlerer Osten, Nato
  1. ThomasG. schreibt am 6. November 2009 um 16:41

    Also schlimm finde ich das jetzt nett. Je mehr die Türkei sich dem Islam zu wendet, desto besser für uns.

  2. Türkei empfängt mit Haftbefehl gesuchten Völkermörder « Nach der Wahrheit graben schreibt am 6. November 2009 um 17:31

    [...] via Joachim Nikolaus Steinhöfel [...]

  3. memo schreibt am 6. November 2009 um 19:29

    richtig so der westen hat gar nichts zu sagen weiter so yasasin türkiye

  4. Zahal schreibt am 6. November 2009 um 21:45

    @memo, die Türkei hat aber auch nichts zu sagen……denn vom Westen hat sie bisher nur gefordert und ihren sozialen Müll abgelagert. Vielleicht solltet ihr die Türkei vor Ort unterstützten ?

  5. Erdogan empfängt Bruder im Geiste - homo homini lupus schreibt am 6. November 2009 um 22:49

    [...] weiterlesen szu=’http%3A%2F%2Fquadraturacirculi.de%2F2009%2F11%2F06%2Ferdogan-empfaengt-bruder-im-geiste%2F’; szt=’Erdogan+empf%C3%A4ngt+Bruder+im+Geiste’; Tags: Al Bashir, Erdogan, Haftbefehl, Islam, OIC, Türkei, Völkermörder [...]

  6. Erhard schreibt am 7. November 2009 um 11:09

    Im Dezember reist eine Delegation der DAG mit Scholl-Latour an der Spitze in den Sudan und bietet damit “der deutschen Industrie und dem Mittelstand neue große und fazinierende Herausforderungen”. Damit ist nicht Gefangennahme des Staatprasidenten und seine Überführung gemeint

  7. Stefan Pauly schreibt am 7. November 2009 um 15:39

    Ich frage mich, wann das türkische Militär endlich gegen die AKP putscht. Das Militär war neben einer dünnen bürgerlichen Mittelschicht immer die Hauptsäule der sekularen, pro-westlichen Türkei. Das Militär scheint aber durch die politische Korrektheit mundtod gemacht worden zu sein. Man stelle sich Claudia Roth vor, wie die rumzetert, wenn die Generäle die Macht wieder übernehmen. http://de.wikipedia.org/wiki/İlker_Başbuğ

  8. Stefan schreibt am 7. November 2009 um 16:02

    Dieser Besuch ist immens wichtig! Wenn dieser Schlächter die Türkei besucht, dann nur auf Einladung der Regierung. Sollte jetzt jemand diesen Schlächter kritisieren, dann beleidigt er quasi den Staat Türkei. Da greift dann die Strafe für “untürkische Äußerungen”, wie wir von Äußerungen bezüglich des Völkermordes an den Armeniern kennen.
    Genauso, wie heute schon Strafzettel über EU-Ländergrenzen hinweg eingetrieben werden können, so könnten vielleicht auch in Zukunft andere Urteile über EU-Ländergrenzen eine Gültigkeit besitzen, also dann auch Urteile aus dem zukünftigen EU-Land Türkei, inşallah.
    Ich hoffe nur, dass du, lieber Joachim Steinhöfel, dann für deinen Beitrag nicht nachträglich bestraft wirst, wenn dies die türkische Regierung einmal fordern sollte.
    Selam & allahaısmarladık!

  9. Ferhat schreibt am 8. November 2009 um 02:19

    Die Deutschen müssten sich mal an die eigene Nase packen. Wer lieferte denn Sudan mit Waffen, die u.a. über China geliefert wurden? Es sind meist Waffen aus Deutschland.

    Das beste ist ja, dass die Deutschen sowas nicht mal wissen. Wieso auch, wenn man die Schuld an andere schieben kann.

    Grüße

  10. Dox schreibt am 8. November 2009 um 02:46

    Entweder die Armee putscht oder ihre Führung ist schon so sehr mit Hardcore-Moslems durchsetzt, dass sie schon bald zu einer feindlichen Armee für den Westen wird.

  11. blackadder schreibt am 9. November 2009 um 10:53

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