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Antwort auf Obamas Neujahrsgrüße: Iran bombadiert Irak
Iran hat am Wochenende Luftangriffe auf drei Dörfer im Irak geflogen. Es sind die ersten derartigen Angriffe seit der US-Invasion in 2003. AFP mutmaßt, dass die Angriffe einer kurdischen Separatisten-Gruppe galten, die vom Nordirak aus Ziele im Iran attackiert hat. Voice of America zitiert Stimmen, wonach der irakische Luftraum nicht verletzt wurde. Vorangehenden kleineren Gefechten waren bislang noch nie Luftangriffe von iranischer Seite gefolgt. Die Lufthoheit im Irak liegt bei den US-Streitkräften. Soweit, wie schwer vorstellbar, keine stillschweigende Billigung der US-Armee, wie bei der Aktion der türkischen Armee gegen PKK-Stellungen im Nordirak vorlag, handelt es sich hier um eine eindeutige Eskalation. Iran dürfte weitere Provokationen dazu nutzen, um die Schmerzgrenze der Obama-Administration zu testen. Der neue US-Präsident hatte sich in seiner an das iranische Volk und die Führung gerichteten Neujahrsansprache mehrfach für eine Beziehung auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt ausgesprochen. Was an dem iranischen Regime verdient Respekt ? Auch die Bush-Administration hat nicht hinreichend deutlich auf die im Irak operierenden Kader der Revolutionären Garden, der sog. Special Groups, reagiert. Aber Obamas Versuch, um jeden Preis mit den Mullahs ins Gespräch zu kommen und dabei auch bereit zu sein, Iran die weitere Verletzung der UN-Resolutionen durch Fortsetzung des Atomprogramms zu gestatten, werten die Mullahs als Schwäche, als Einfalltor für weitere Forderungen, Provokationen und die Möglichkeit, Zeit zu gewinnen. Jeder weiß, dass einzig die Erlangung einer Atomwaffe das Ziel der Mullahs ist. Das ist übrigens auch die einhellige interne Auffassung der Bundesregierung. Spielchen wie die jetzt erfolgten passen in das Bild der geduldigen und smarten Strategen in Teheran, die bis heute auf dem Weg zur Nuklearwaffe nur einmal voller Angst auf die Stopp-Taste drückten. Und das war 2003, unmittelbar nach dem US-Einmarsch im Irak, als man fürchtete, der Nächste auf der Liste des gefährlichen Texaners zu sein.
© Joachim Nikolaus Steinhöfel 2009
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